Markus Bauer ist der erste Fahrer vom Lexware Racing Team, welchen wir nach dem Teammanager interviewen wollen. Vor allem interessiert es uns wie er Sport und Studium unter einen Hut bringt. Jetzt aber zu den Fragen.
Der Mountainbike Sport ist in vieler Hinsicht faszinierend. Die Natur, der Kampf Mann gegen Mann, das Reisen, die sozialen Kontakte, all das macht meine Leidenschaft Mountainbike Cross Country aus. Ich fahre Mountainbike seit ich 15 Jahre alt bin. Zunächst mit einem fast 20(!) Kilo schweren vollgefederten Bike in einer Gruppe von Jugendlichen. Genau diese Gruppe entwickelte sicher immer weiter und wurde professioneller. Es machte Spass gemeinsam unterwegs zu sein und verschiedene MTB Rennen gemeinsam zu bestreiten. Die Nachwuchsarbeit meines Heimatvereins dem RV Viktoria Wombach war wirklich der Grundstein für meine Laufbahn, und ich bin dankbar dafür.
Bevor wir auf ihre sportlichen Erfolge seit 2010 kommen, wollen wir einen Blick auf ihren Umzug ins Dreisamtal werfen. Was war für sie letztendlich der ausschlaggebenden Punkt für diesen Schritt?
Im Jahr 2009 habe ich in meiner Unterfränkischen Heimat das Abitur absolviert. Im Anschluss war es mein Ziel den Sport mit einem Studium zu verbinden. Die Unterstützung des Olympia Stützpunktes Freiburg und dem Team vor Ort war der wichtigste Faktor für meine Entscheidung.
Und wie gefällt es ihnen im Schwarzwald? Die Trainingsbedingungen scheinen was den MTB Sport angeht nahezu Ideal zu sein.
Gut gefällt es mir. Der Schwarzwald bietet alles was das Biker Herz begehrt, im Wintertraining Skilanglauf auf dem Feldberg und Straßentraining in der Rheinebene, im Sommer ist er eines der besten Mountainbikeregionen Deutschlands. Der Support des Olympia Stützpunktes geht vom Kraftraum über Physiotherapie bis hin zur Unterstützung bei der Wohnungssuche. Das macht Freiburg wirklich zu einem idealen Standort für den Mountainbike Leistungssport.
Nach Ihrem Abitur haben sie in Furtwangen ein Studium zum Wirtschaftsingenieur begonnen. Vielleicht erklären sie uns wie man so etwas mit dem Sport und dem Training unter einem Hut bekommt. Viele Jugendliche interessiert dies sicherlich.
Richtig, ich war interessiert sowohl technische als auch betriebswirtschaftliche Inhalte in meinem Studium zu kombinieren. Die Hochschule Furtwangen bietet mir genau das mit dem Studiengang “Product Engineering”. Aber noch wichtiger war natürlich die Frage: Wie kombiniere ich das Studium mit ca. 15-20h Training in der Woche?! Hier konnte ich mit der Unterstützung der Hochschule einen Weg finden mein Studium so zu organisieren, dass Leistungssport parallel möglich ist.
Sicher werde ich nicht in Regelstudienzeit meinen Bachelor erreichen, aber es ist ein gutes Gefühl auf höchstem Niveau Sport zu betreiben und sich trotzdem eine andere Alternative offen zu halten. Ich denke die Frage nach dem “unter einen Hut bekommen”, ist mit einem Wort zu beantworten: Zeitmanagement.
Zeitmanagement ist immer wichtiger, doch leider bekomme ich es nicht immer hin
Gerade das Training nimmt einen großen Zeitfaktor ein. Wie oft trainieren sie pro Woche und wie viele Stunden werden in den Sport investiert?
Das Training hängt natürlich immer von der Saisonphase ab. Trainiert wird quasi täglich, in der Vorbereitung können es 20-25h pro Woche sein, während den Rennen eher 10-15h.
Kommen wir zur aktuellen Saison und ihre bisherigen Erfolge. Neben dem Sieg beim Black Forest Ultra Bike Marathon 2009 gibt es noch viele weitere Erfolge. Welcher war nach Ihrer Meinung der Schönste?
Der Sieg in Kirchzarten 2009 war natürlich eine coole Sache. Das Heimrennen für das heimische Team gewinnen hat sicher einen besonderen Wert. Dieses Jahr konnte ich sowohl in Dalby Forest (England), als auch in Offenburg den 4ten Platz im U23 Weltcup belegen. Es war sehr motivierend zu sehen, dass ich das Potential habe, internationale Top-Ergebnisse erzielen zu können. Der Bundesliga Gesamtsieg in der U23 im Jahr 2010 war für mich persönlich wertvoll, da es für 2010 eines meiner obersten Ziele war.
Natürlich wollen wir auch einen Blick auf die Saison 2012 werfen. Können Sie schon etwas über die Höhepunkte sagen? Interessant wäre auch wie sich ein Sportler wie sie über den Winter fit hält?
Die kommende Saison beginnt bereits Mitte März mit dem Weltcup in Pietermaritzburg. Es wird sicher nicht einfach in meinem ersten Jahr in der Elite Klasse in den Weltcups Fuß zu fassen. Aber ich hoffe mich in der Region um Platz 40 zu etablieren.
Der Winter in Freiburg ist ja zum Glück meist relativ Schnee frei, daher ist Radtraining eigentlich ganzjährig möglich. Aber ich freue mich auch schon wieder die Skating Skier anzuschnallen und wie jedes Jahr den Soccer König der Biker auszuspielen. Im Dezember wird es wieder ein Hallenfußballturnier geben, bei dem natürlich der Spass im Vordergrund steht.
Im Lexware Racing Team scheinen Sie sich wohl zu fühlen. Vielleicht sagen sei ein paar Worte zum Team und zum Sponsor.
Die Entscheidung für das Lexware Racing Team war genau die Richtige. 2009 fiel die Wahl auf die Truppe aus dem Dreisamtal und ich bin sehr glücklich über das Teamgefüge und den Support. Die Firma Lexware unterstützt weitere 2 Jahre unsere Equipe. Das Ziel ist es, jungen deutschen Sportlern die Unterstützung zu geben, die sie brauchen um sich auf internationalem Niveau zu steigern und gegebenenfalls sich den Traum vom Profi Leistungssport zu ermöglichen.
Zum Abschluss würde uns noch Interessieren, was sie sich als Ziele für Ihre Zukunft vorgenommen haben. Wo soll der Weg hingehen?
Das ist eine gute Frage. Ich denke es ist das Ziel eines jeden Sportlers, der sein Leben dem Sport widmet, einmal bei olympischen Spielen dabei zu sein. Aber ich mache mir nicht den Druck alles auf die Karte Radsport zu setzen, das kann auch ganz schön ins Auge gehen. Ich will auf jeden Fall mein Studium mit guten Noten beenden.
Diese Einstellung können wir nur für gut heißen. Wir wünschen Ihnen den Erfolg ganz vorne in der Weltspitze dabei zu sein, aber sicherlich gibt es auch noch ein Leben nach dem Leistungssport und dann kann ein Studium nie schaden. Vielen Dank für die offnen Worte und alles Gute für Ihre Zukunft. (Fotos: Küstenbrück)
No related posts.
SEP




About the Author
Er schimpft sich "Admin" ist aber im wahren Leben Andy. Auch er ist begeisterter Radsportler, der aber immer wieder auch im Internet nach News und Technik unterwegs ist.