Heute war es soweit und ich startet meine zweite geplante Rennrad Tour am Lago Maggiore. Nach der ersten Tour über Alpe di Neggia, Monti de Gerra und der Tour gestern durch das Verzasca Tal ging es heute zum Lago del Naret. Der Weg dorthin ist der größte höhenmeterreichste asphaltierte Anstieg der Schweiz. Das musste ich heute auch spüren, denn vor allem seine Steilheit im Zweiten Abschnitt ist enorm. Wer das Stilfser Joch oder das Timmeljoch bereits gefahren ist, der wird bei diesem Anstieg noch mehr an seine Grenzen kommen.
Der Weg ans Ende der Welt
So kommt es einem vor, wenn man diesen Anstieg fährt. Vor allem die letzten 500 Höhenmeter. Dazu später aber mehr. Zuerst zur Beschreibung der Tour. Gestartet bin ich auch heute in Tenero nahe Locarno und musste zuerst durch die Stadt, was aber zur frühen Morgenstunde recht gut ging. Von dort aus geht es dann ins Maggia Tal, welches der gleichnamige Fluss ihm gibt. Von dort an steigt es zunächst recht sanft an. Der eigentliche Anstieg beginnt dann in Bignasco. Von dort an heißt es rund 32 Kilometer und 1920 Höhenmeter zu bezwingen. Rechnet man die 250 von Locarno noch dazu, dann schafft man es am Stück über 2000 Höhenmeter zu fahren.
Am Ortsende von Bignasco geht es dann auch schon los mit dem klettern. Immer wieder werden Steigungsprozente um die 9% erreicht. Die Weiterfahrt führt immer dem Val Lavizzara entlang. Meter für Meter gewinnt man recht moderat an Höhe, bis man das Örtchen Peccia erreicht. Von dort an heißt es so richtig klettern in Richtung Lago Sambuco, dem ersten Stausee den man erreicht. IN engen Serpentinen geht es nach oben und die Steigung geht kaum mehr unter 8 Prozent. Die genaue Anzahl der Serpentinen kann ich nicht sagen, denke aber es werden um die 10 sein. Dort konnte ich auch zwei MTB Fahrer überholen, welche ich später dann wieder am Lago Sambuca getroffen habe.
Bis nach Fusio ist es eher unspektakulär, wenn man diese ersten Serpentinen gemeistert hat. Dann folgt aber das letzte harte Stück zum Lago Sambuco. Dort geht es wieder mit Steigungsprozenten um die 10 Prozent weiter. Zu dieser Zeit war ich schon recht müde, wusste aber, dass es ca. 5 Kilometer zum erholen gibt, wenn man denn Stausee erreicht hat. Deshalb kämpfte ich mit weiter hoch, bis auf rund 1450 Meter, wo der Lago Sambuco sich ausbreitete. Das Wetter war wieder grandios.
Da wo andere Anstiege aufhören, beginnt dieser richtig
Am Lago dem ersten Stausee der Tour hat man bereits von Locarno um die 1200 Höhenmeter am Stück geschafft und im Normalfall ist damit bei den meisten Pässen auch Ende. Nicht aber bei dieser Tour, denn alles was bisher kam, ist schnell vergessen, wenn man die letzten 6 Kilometer und 900 Höhenmeter in Angriff nimmt. Nach dem vorbeirollen am Sambuco geht es dann richtig zur Sache. Wer denkt die Steigungen bisher sind hart, der wird nun leider eines besseren belehrt.
Gleich zu beginnt blickt man auf die Wand! Mit Prozenten von bis zu 19% fällt es mir schwer überhaupt noch die Kurbel rum zubekommen. Von Trittfrequenz kann gar nicht geredet werden. Wie gerne hätte ich noch einen Rettungsring in Sachen Übersetzung dabei gehabt. Doch leider musste ich mich durchkämpfen. Dieser erste Kilometer hat sicherlich eine Durchschnittssteigung von 14 Prozent. Weniger zeigte mein Tacho nie an. Im Anschluss an dieses Steilstück sollte man nochmal durchatmen, sofern man dies kann, denn nach dem folgenden Flachstück geht es weiter nach Oben und das zwischen 7 und 17 Prozent. Immer wieder sind Werte um 12 Prozent und mehr zu bezwingen.
Für mich war es recht grenzwertig. Ich musste alles geben um nicht vom Rad zu fallen. Immer wieder versuchte ich in den Wiegetritt zu kommen, doch auch das viel schwer. Im Sitzen war es nicht viel besser. Die Straße war gerade noch so breit, dass ein Auto durch passte. Von Verkehr kann man aber nicht reden. Man fühlt sich schon etwas, wie auf dem Weg ans Ende der Welt. Eine Art Mondlandschaft. Bevor man den Lago del Naret erreicht, kommt man noch ein zwei kleineren Seen vorbei, die einem das Leiden etwas leichter machen. Beim Blick auf den Staudamm des Naret heißt es nochmal ein Stück mit über 10 Prozent zu schaffen. Wie man auf den Bilder sieht, ist es dann bei 2311 Meter geschafft.
Fazit
Für mich war es vor allem die Steilheit, welches mir die Grenzen aufgezeigt hat. Schaut man auf das Höhenprofil, denn kommt es mir wesentlich steiler vor. Vor allem die letzten 800 Höhenmeter sind echt hart und die immer wieder starken Spitzen machen einen gleichmäßigen Tritt fast unmöglich. Trotzdem ist es landschaftlich ein Genuss diese Qual auf sich zu nehmen. Wer also eine Rennrad Tour am Lago Maggiore unternehmen möchte und schon ein paar Kilometer in der Saison in den Beinen hat (Diese braucht man auch) sollte den Weg nach oben versuchen. Übrigens habe ich die MTB Fahrer am Lago Sambuco wieder getroffen. Ich hatte dabei das schwerste hinter mir und sie mussten noch 800 Höhenmeter bezwingen. Wer unterwegs seine Flaschen nachfüllen muss, der findet immer wieder Brunnen. Nur Achtung. Nach Fusio ist nichts mehr zu finden. Deshalb sollte man dort nochmals alles auffüllen, denn bei so einer Witterung wie heute braucht man das auch.
Somit habe ich meine Planung am Lago Maggiore eingehalten und beide Touren gefahren. Jetzt heißt es aber Urlaub machen. Die nächste Tour wird dann am Gardasee stattfinden, aber dazu später mehr.
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Er schimpft sich "Admin" ist aber im wahren Leben Andy. Auch er ist begeisterter Radsportler, der aber immer wieder auch im Internet nach News und Technik unterwegs ist.