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Robert Mennen, der Sieger von der Sparkasse Trans Zollernalb im Interview

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Robert Mennen, der Sieger von der Sparkasse Trans Zollernalb im Interview

Vor ein paar Tagen haben wir berichtet, dass Robert Mennen vom Topeak Ergon Racing Team den Sieg der Sparkasse Trans Zollernalb gesichert hat. Wir vom Radsport Zollernalb Team hatten nun die Möglichkeit mit ihm ein Interview zu führen. Dafür wollen wir Robert Mennen nochmals recht herzlich danken. Doch nun zum Interview:


Herr Mennen, erzählen sie doch unseren Lesern erstmal, wie sie zum Radsport gekommen sind. Wie hat alles angefangen?

 

Für das Fahrrad fahren konnte ich mich schon immer begeistern. Ich wohne in einem kleinen Ort mit 180 Einwohnern, der von öffentlichen Verkehrsmitteln nicht oft befahren wird. Somit war das Fahrrad für mich eine Möglichkeit meine Freunde zu besuche ohne auf meine Eltern angewiesen zu sein. Ich erlang mit dem Fahrrad eine Gewisse Freiheit und Unabhängigkeit im Teenie Alter. Speziell zum Mountainbike bin ich durch das “Bike” Magazin gekommen, dass ich mir aus Langweile kaufte, weil meine Mutter und ich vergebens am vereinbarten Treffpunkt auf meinen Vater warteten, der auf Wandertour war und wieder einmal länger brauchte. Von meinem Kommunionsgeld kaufte ich mir dann später ein Mountainbike.

 

Haben Sie besondere Vorbilder oder Idole?

 

Besondere Vorbilder oder Idole habe ich nicht. Meist kann ich mich nicht 100%ig mit einer Person identifizieren. Ich probiere daher meinen eigenen Weg zu gehen.

 

Vor ein paar Tagen endete die Sparkasse Trans Zollernalb, welche Sie ja gewinnen konnten. Was bedeutet Ihnen der Sieg? Gab es besondere Absprachen in ihrem Team, denn es fuhr ja auch Ihr Teamkollege Alban Lakata, der Weltmeister aus dem Jahr 2010, mit? Wie war die Rollenverteilung?

 

Der Sieg der Sparkasse Trans Zollernalb ist etwas ganz besonderes für mich, da es mein erster Sieg bei einem Etappenrennen ist und heiß umkämpft war. Zudem war es Wiedergutmachung für mein schlechtes Abschneiden bei der Marathon DM die Woche zuvor.

Vor der letzten der drei Etappen besprachen mein Teamkollege, Alban Lakata, und ich die Lage sowie die taktische Möglichkeiten. Alban lag zu dem Zeitpunkt mit zwei Sekunden Rückstand auf Rang Zwei im Gesamtklassement, ich mit 26. Sekunden Rückstand auf den Erstplatzierten auf Rang Vier. Es war klar, dass ich Alban aufgrund seiner besseren Position helfen würde. Wir wollten unsere gute Ausgangslage nutzen und die Konkurrenten unter Druck setzen. Wir wussten, dass die Konkurrenten gezwungen waren bei unseren Attacken zu reagieren. Unsere erste Option sah vor, dass Alban direkt am ersten Berg versuchen sollte die Konkurrenten zu überraschen, aber vergebens. Daher setzte ich Option Nummer Zwei um: Ich sollte dem Feld enteilen. Die beiden direkten Konkurrenten wären gezwungen gewesen den Abstand nicht größer als 26 Sekunden werden zu lassen. Alban hätte in dem Fall lediglich ihrem Hinterrad folgen müssen und in ihrem Windschatten wertvolle Körner für den Schluss der Etappe gespart. Wir hatten allerdings nicht damit gerechnet, dass einer der Fahrer hoch Pokern würde – er beteiligte sich nicht an der Führungsarbeit. Der bis dahin Führende Karl Platt wäre gezwungen gewesen alleine die ganze Führungsarbeit zu leisten und wäre damit das Risiko eingegangen, später von dem pokernden Fahrer als auch von meinem Teamkollegen abgehängt zu werden. Dieses Risiko war ihm wohl zu groß, zumal ich ja in Hannes Genze einen starken Weggefährten hatte. Unser Vorsprung im Ziel betrug dann 5 Minuten. Hannes Genze, der vor der letzten Etappe 3:01 Minuten Rückstand auf den Führenden hatte, konnte noch Rang Zwei im Gesamtklassement erreichen, Karl Platt rettete einen Platz auf dem Podium. Alban gelang es leider nicht mehr Karl Platt im Finale um zwei Sekunden zu distanzieren. Im Nachherein hätte Alban schon früher attackieren können, um seinen Podiumsplatz gegen Hannes Genze zu verteidigen, doch im Mountainbike Sport werden wir nicht wie auf der Straße jederzeit über die genauen Abstände informiert und Alban wollte nicht riskieren die Konkurrenten wieder an unser Hinterrad zu fahren. Für das Zurückstellen seiner eigenen Interessen bin ich ihm sehr Dankbar – er wollte das Rennen ja gewinnen.

 

Was war bisher Ihr schönster Erfolg in Ihrer Karriere? Welche Rennen werden Sie nie vergessen?

 

Ich werde nie die Marathon Weltmeisterschaft dieses Jahr in Montebelluna vergessen. Mein Ziel war eine Top 10 Platzierung, aber im hecktischen Renngeschehen hatte ich etwas die Übersicht verloren und dachte ich wäre so gerade in den Top 20. Über den neunten Platz habe ich mich dann umso mehr gefreut.

Ein weiteres Rennen, dass ich nicht vergessen werde, ist die Deutsche Meisterschaft im Cross-Country ebenfalls in diesem Jahr in Albstadt. Nach der ersten Runde konnte ich mich auf Platz drei vorarbeiten und Kontakt zu Moritz Milatz und Wolfram Kurschat herstellen. Nie zuvor war es mir gelungen in einem solch wichtigen Rennen mit den besten Deutschen den Berg hoch zu pflügen. Ein wahnsinniges Gefühl bei der Zuschauerkulisse. Zuvor war ich zwar schon zweimal vierter bei der Deutschen Meisterschaft, jedoch waren beide Male nicht alle Favoriten am Start. Dieses Mal konnte ich mich steigern, obwohl alle Favoriten am Start waren und nicht durch Defekte oder Stürze gebremst wurden.

 

Immer wieder viele Leser und Hobbyfahrer, welche ja auch bei der Sparkasse Trans Zollernalb dabei waren, möchte immer wieder wissen, wie Profis denn trainieren. Wie sieht bei Ihnen ein typischer Trainingstag aus?

 

Ein typischer Trainingstag beginnt mit einem gesunden Frühstück. Mein Training starte ich meist gegen 10 Uhr. Je nach Zielsetzung der Trainingseinheit fahre ich entweder ruhige Ausdauereinheiten im Flachen oder ich suche die intensive Belastung im Gelände. Einen Teil meiner intensiven Trainingseinheiten absolviere ich auch auf dem Heimtrainer. Nach dem Mittagessen, das dann auch schon mal in den Nachmittag fallen kann, widme ich mich meinem Studium. Ich hoffe im Frühjahr meinen Master der Wirtschaftswissenschaften zu erlangen. Zwei bis dreimal die Woche mache ich dann Abends noch Übungen für die Rumpfmuskulatur und Stretching.

 

Gibt es neben dem Radsport noch andere Hobbies?

 

Ich bin sehr Sport interessiert. Speziell Motorsport schaue ich mir gerne an, aber auch andere Sportarten. Daneben dann die üblichen Freizeitaktivitäten Freunde treffen, etwas unternehmen,…

 

Welche Rennen möchten Sie nächstes Jahr bestreiten? Sind Sie auch wieder bei der Sparkasse Trans Zollernalb dabei und wollen damit Ihren Titel verteidigen?

 

Die Rennplanung werde ich zusammen mit meinem Team besprechen. Ich muss schauen, wo ich meine Fähigkeiten am besten Umsetzen kann, ob in der Disziplin Cross-Country oder mehr im Marathon bzw. bei Etappenrennen. Eine genaue Übersicht der Rennen habe ich mir noch nicht gemacht, jetzt steht erst mal die Saisonpause auf dem Plan. Danach schauen wir weiter. Sicherlich liegt mir die Titelverteidigung ber der Sparkasse Trans Zollernalb am Herzen.

 

Herr Mennen, herzlichen Dank für dieses ausführliche Interview.

 

Bilder: Copyright Sportograf


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