Auch wenn jetzt im Moment vielleicht etwas die falsche Zeit für Intervalle am Berg ist, sollte man im Herbst oder Winter sich Gedanken machen, wie man dann im Frühjahr oder Sommer am besten trainieren kann. Für die meisten Hobbyfahrer ist es von großer Bedeutung wie sie einen Berg beziehungsweise Anstieg hochkommen. Hier gibt es natürlich auch wieder unterschiedliche Ambitionen, die einen wollen einfach nur ankommen oder hinaufkommen, die Anderen in einer möglichst guten Zeit. Das Training unterscheidet sich aber letztendlich nicht viel.
Grundsätzliches zum Bergtraining
Eines ist sicher, wenn man nie oder recht selten längere Anstiege fährt wird man nie als Kletterkönig enden. Wer gut in den Bergen sein möchte, muss auch relativ oft längere Anstiege fahren. Hier gilt eben auch die alte Weisheit, ohne Fleiß kein Preis. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass man wie ein wilder tausend Anstiege in jedem Training fahren soll. Man muss dies genau dosieren und die Kunst liegt eben darin genau das richtige Verhältnis zwischen Belastung und Ruhe beziehungsweise Regeneration zu finden. Da nicht jeder in seinem Trainingsgebiet lange Anstiege vorfindet wollen wir mal einen Blick darauf werfen, was für Eigenschaften am Berg gefragt sind, damit die die im Flachland wohnen auch eine Möglichkeit haben sich halbwegs gut für die Alpen vorzubereiten.
Kraftausdauer
Kraftausdauer ist das Stichwort um ein guter Bergfahrer zu werden. Es reicht also nicht alleine die Kraft, wie zum Beispiel in einem kurzen Sprint, sondern braucht auch noch die Ausdauer dazu. Andersrum reicht es auch nicht nur eine gute Ausdauer zu haben ohne die nötige Power in den Beinen. Es gibt Fahrer die haben von Haus aus eine gute Kraftausdauer, andere müssen sie etwas mehr trainieren. Am Anfang steht natürlich immer die Ausdauer welche man mit dem Grundlagentraining (GA) beginnen sollte. Dazu haben wir ja auch in einem separaten Artikel berichtet. Ist genügend Grundlage vorhanden so kann man langsam auch die Kraftausdauer trainieren. Am besten sucht man sich hierzu mittellange Anstiege heraus und fährt diese mit viel Kraft hoch. Das heißt nicht in einer bestmöglichen Zeit sondern mit einer niederen Trittfrequenz um die 60 Kurbelumdrehungen pro Minute. Verschiedene Möglichkeiten wie das Kraftausdauertraining gestaltet werden kann, werden wir in einem separaten Artikel behandeln, da dies hier an dieser Stelle den Rahmen sprengen würde. Eines sei aber noch gesagt, die Kraftausdauer kann man auch im Flachen trainieren, dann eben mit einer sehr großen Übersetzung.
Intervalle am Berg
Wer nur immer mit viel Kraft, sprich einer niederen Trittfrequenz den Berg hochradelt wird nie Bestzeiten erreichen. Dazu braucht es auch intensive Intervalle in denen man kurzfristig über die Schwelle geht. Dieses Training ist vor allem für kürzere Anstiege sehr sinnvoll. Wer einen Alpenpass optimal meistern möchte, der sollte auch öfters mal länger an seiner Schwelle fahren, denn wenn später der Körper für mehr als eine Stunde volle Leistung bringen muss, so sollte dies vorher auch trainiert werden. Wer richtig gut in den Bergen werden möchte, der sollte auch ab und zu in die Alpen fahren oder in ein Gebiet wo es vergleichbare Anstiege gibt. Denn nur die ganz spezielle Anpassung lassen sich die letzten Prozente herausholen. Nicht umsonst fahren die ganzen Profis die Anstiege der Tour de France im Vorfeld ab. Wenn man einen Anstieg kennt, kann man diesen viel besser einschätzen, denn jeder hat seine eigene Charakteristik, die meistens nicht auf dem Papier ersichtlich sind.
Ich hoffe wir konnten Ihnen ein paar kleine Tipps für ihr Bergtraining in der kommenden Saison geben. Ansonsten möchte ich auch noch auf unsere anderen Trainingsteile hinweisen. Auch dort erfahren sie immer wieder hilfreiche Tipps für ihr Radsport Training. Bild von s_mestdagh
Natürlich auch hier ein Hinweis auf unsere weiteren Teile der Serie:
Training im Radsport: Teil 2 Intervalltraining
Training im Radsport Teil 4: Trainingsbereiche Übersicht
Training im Radsport Teil 5: Fettstoffwechseltraining vs. Fettabbau
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