Martin Gruber Trailbook Vinschgau Autor im Interview

In den letzten Tagen konnten Ihr bei Radsport Zollernalb immer mal wieder ein Interview über einen Straßenradsportler oder über ein Straßenteam lesen. Heute wird es ein Interview mit einer Person aus der Mountainbike Szene bei uns zu lesen geben. Die Rede ist von Martin „Matze“ Gruber. Viel werden Ihn aus Südtirol oder besser gesagt aus dem Vinschgau kennen. Als Autor des Vinschgau Trailbook kennt er sich dort bestens in Sachen Trails aus. Er ist leidenschaftlicher MTB Fahrer und hat sicherlich schon einiges an Zeit in sein Hobby investiert. So nach und nach wurde sein Hobby dann auch zum Beruf. Er hat uns einige Frage beantwortet und damit springen wir zum Interview.

Herr Gruber, Sie sind nicht nur Bikeguide und leidenschaftlicher Mountainbiker, sondern auch noch Autor und Webdesigner. Könnten Sie unseren Leser erklären, was Sie alles machen?

J Wer das trailsbook Vinschgau gelesen hat, kennt die Geschichte aber kurz gesagt gingen meine beruflichen Wege mit dem Hobby Mountainbiken seit 12 Jahren Hand in Hand. Da der Tourismus im Vinschgau das Mountainbike Potential immer noch nicht erkannt hat sprangen meine Freunde ein mit dem langfristigen Ziel den Vinschgau als Bikeregion bekannt zu machen. Anfangs erfassten wir Touren mit GPS – bildeten Bikeguides aus – unterstützten Hotelbetriebe – bauten eine Bikeschule auf – erstellten den ersten Mountainbike Routenplaner Südtirols und dies alles ohne öffentliches Kapital dafür aber mit einer Menge Herzblut.

 

Der Vinschgau hat es vielen Bikern angetan. Auch wir sind jedes Jahr dort um die flowigen Trails zu fahren. Sie als Kenner der Region haben sicherlich eine Erklärung dafür, was gerade diese Region so interessant und schön für das Biken macht?

Die Vorzüge lesen sich zwar wie ein Tourismusprospekt aber kurz gesagt: Die Mischung aus 300 Sonnentagen, einer Bikesaison von März bis November, einem unendlichen Trailnetz, freundlichen Menschen, gutem Essen und allen Navigationsmöglichkeiten von GPS, Karten, trailsbook, geführten Touren, ist einfach ein Paket, welches rund um stimmig ist.

 

In Ihrem Trailbook Vinschgau haben Sie zusammen mit Ralf Glaser einige Touren vorgestellt. Immer wieder macht es Spaß diese nachzufahren. Wie kam es zu diesem Werk und ist in nächster Zeit noch mehr geplant?

J Mit Ralf verbindet mich eine sehr lange und dicke Freundschaft. Ralf Glaser hat durch seinen Einsatz bedeutend mitgeholfen, den Vinschgau in die Printmedien zu bringen. Als wir letztes Jahr nach einer Fotoprouktion auf seinem Mac die Datenflut an professionellen Vinschgau-Bildern angeschaut haben, stand schnell fest, daß diese Bilder Stoff für ein Buch sein müssen. Wir haben am selben Abend noch unsere Aufgaben verteilt und los ging die Arbeit.   Außer dem Papier und die Farbe stammt das ganze Buch aus unserer Hand, von den Bildern und Texten bis zu den Landkarten und GPS Daten.

Ralf und ich können nicht still stehen – sicherlich wird es in Zukunft noch weitere Projekte geben – genaue Pläne schmieden wir wahrscheinlich wieder nach der Saison.

 

Als Webdesigner und Webseitenentwickler ist das Internet sicherlich ein großer Bestandteil Ihrer Arbeit. Vielleicht sagen Sie ein paar Worte zu Ihren Arbeiten wie zum Beispiel www.ferienregion-vinschgau.com oder www.mountainbiker.it?

 www.ferienregion-vinschgau.com ist meine private Vinschgau Webseite – www.mountainbiker.it unsere erste GPS Webseite. Beide Projekte wurden durch die Arbeiten am Online Routenplaner www.mtbr.it etwas vernachlässigt, in diesem Winter werden beide Projekte neu aufgesetzt und der Routenplaner integriert.

 

Da darf man ja gespannt sein was dabei raus kommt. Hoffe Du informierst uns rechtzeitig darüber. Ich selber habe Spaß an der Arbeit im Internet gefunden und deshalb ist auch unsere kleine Seite hier entstanden. Sicherlich nicht perfekt aber ein Anfang ist gemacht. Gibt es aktuell neue Projekte die Sie aufbauen?

Frage ist glaub ich oben schon beantwortet, aktuell gilt es den Online Routenplaner zu verbessern – dann kommen vernachlässigte Projekte an die Reihe.

 

Wie man auf ihrer Homepage www.vinschgaubike.com lesen kann, arbeiten Sie auch für Hotels in dieser Region. Können Sie etwas zu der Entwicklung der letzten Jahren im Tourismus in Südtirol sagen?

Ohne die finanzielle Unterstützung der vinschgauBIKE Parterbetriebe wären viele Projekte nicht möglich gewesen. Der finanzielle Rückhalt hat uns erst die notwendige Rückendeckung gegeben, an vielen Projekten wie den Online Routenplaner oder dem trails!BOOK Vinschgau zu arbeiten. Wie gesagt – in unseren Projekten steckt kein öffentliches Geld – sondern Vertrauen und Zusammenarbeit mit den Touristikern.

 

Das Mountainbiken ist sicherlich mehr als nur Arbeit. Wie sind Sie zu dieser Leidenschaft gekommen und vor allem gibt es gewisse Ziele die sie damit verfolgen?

Vor mehr als 20 Jahren war Fußball mein Lieblingssport und in den Sommermonaten waren wir Kumpels mit dem Rennrad unterwegs. Diverse Verletzungen zwangen mich zur Aufgabe meines Lieblingssports und als mir mein Rennrad geklaut wurde musste ein günstiges Mountainbike her. Mit einem Freund gemeinsam entdeckten wir Forstwege und Wanderwege und spätestens nach den ersten Trailabfahrten war klar, daß dieses Sportgerät das perfekte Hobby möglich macht.

In den frühen 90er Jahren waren wir in den Alpen unterwegs und trafen Gleichgesinnte. Leider kannte damals noch keiner den Vinschgau – genau den Zustand wollten wir ändern.

Die Problematik mit dem Mountainbike Sport und den Trails ist jedem Bekannt. Immer wieder gibt es dort Konfrontationen. Sei es mit Wanderern oder aber auch den ansässigen Bauern. Nicht nur DIMB hier in Deutschland versucht diese Konflikte zu lösen, sondern auch sie weisen in Ihrem Trailbook Vinschgau darauf hin. Was denken Sie sollte man in Zukunft alles besser machen?

Dies ist eine schwierige Frage – da muss ich kurz im Bezug auf den Vinschgau ausholen.

Der Mountainbike Sport ist noch sehr jung und noch sehr wenig organisiert. (im Gegensatz zu den Alpenvereinen usw.)

Mountainbiker/innen entdecken immer mehr Trails – also Strukturen – welche Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte von Wanderern angelegt oder instandgehalten werden.

Nun kommt mit dem Mountainbiker ein weiterer Wegnutzer und das stört vielerorts in den Alpen.

 Im Vinschgau ist es nicht anders als anderswo – in den Anfängen unserer Arbeit haben waren wir eine Handvoll Mountainbiker, welche den Hotelpartnern GPS Tourendaten zur Verfügung gestellt haben, diese Tourenklassiker wie die Göflaner Marmorbruch Tour oder die Latscheralmen Tour sind wir selbst über Jahre gefahren – und wir hatten nie Probleme mit diesen Touren – denn als Einheimischer wusste man – welche Trails und Privatgründe man meiden muss.

 Im Laufe der Zeit etablierte sich das Trailparadies Vinschgau immer mehr – zwar auch die Tourenmöglichkeiten, welche wir Gästen boten, aber Abenteurer mit Wanderkarten entdeckten auch viele entlegene Trials – welche ursprünglich nicht genutzt wurden.

Schließlich und endlich hat es der Vinschgau versäumt, rechtzeitig einige „heilige Wanderwege“ für Mountainbiker zu sperren. Wo keine Regeln da auch keine Verbote. Kleine Brennpunkte waren ursprünglich am Latscher Sonnenberg rund um St. Martin oder etwa am Goldseeweg. Bei St. Martin haben wir mit der Gemeindeverwaltung eine Sperre der Seilbahn erwirkt, dafür blieben aber die Trails offen, und am Goldseeweg herrscht seit 05. August 2011 die vorgeschlagene Zeitregelung um die Konflikte zwischen Wanderern und Bikern zu entzerren.

 

Aktuell arbeitet eine Arbeitsgruppe aus Grundeigentümern, Gemeindevertretern, Touristikern und Mountainbikern daran, ein offizielles Wegenetz zu genehmigen.

 Somit ist wohl der letzte Schritt geleistet, den Vinschgau entgültig in der Top 5 der Mountainbike Regionen der Alpen zu etablieren.

 

Abschließend noch ein Ausblick auf das nächste oder die kommenden Jahre. Können Sie bereits jetzt schon einige Projekte nennen die anstehen?

Es gilt aktuell die angefangenen Projekte abzuschließen. 

 

Herr Gruber vielen Dank für die ausführliche Beantwortung der Fragen. Sicherlich werden wir in den nächsten Jahren einiges von Ihnen hören und sicherlich ist es Ihnen gelungen noch mehr Biker für den Vinschgau zu begeistern. Auch uns hat das Fieber von über 300 Sonnentagen und Flowtrails gepackt!

Informationen findet Ihr auf den Seiten von Martin im Internet. Am besten einfach mal auf www.vinschgaubike.com vorbeischauen. Vielen Dank auch an die Bilder

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