Ötztaler Radmarathon 2011: Erfahrungsbericht von Simon

Simon hatte in diesem Jahr Glück und hat einen Startplatz beim Ötztaler Radmarathon 2011 bekommen. Deshalb hat er sich bereits am vergangenen Samstag auf den Weg nach Sölden gemacht, um dort am Sonntag an den Start zu gehen. Jetzt möchte er auch unsere Leser an diesem Erlebnis teilhaben lassen. Hier kommt sein persönlicher Erfahrungsbericht zum Ötztaler.

Morgens um 4:30 hieß es aufstehen. Um 5 gab es in unserer Pension das Frühstück, aber so richtigen Hunger hatte ich um diese Zeit noch nicht. Dennoch musste natürlich etwas gegessen werden, denn Tag sollte lange werden. Es standen 238km und 5500 hm auf dem Plan beim Ötztaler Radmarathon.

Gegen 5:30 Uhr ging es dann in die Startaufstellung um einen guten Platz zu bekommen. Dies ist immer sehr wichtig, dass man nach Ötz hinunter gut fahren kann. Ich persönlich mag es im großen Gewusel nicht so. Um 6:45 Uhr war es dann endlich so weit, es viel der Startschuss. Ich konnte dann genau um 6:49 Uhr über die Startlinie fahren und die Hatz nach Ötz begann. Entgegen meinen Erwartungen wurde da runter so schnell gefahren, dass das Feld schon hier auseinanderfolg in mehrere kleinere Gruppen. In Ötz ging es dann im Kreisverkehr rechts das Kühtai hoch. Hier lief es schon relativ schwer und der Tacho zeigte auch Steigungsprozente jenseits den 10% an. Nach knappen 2 Stunden war ich dann auf dem Küthai oben. Hier beginnt eine rasante Abfahrt nach Innsbruck hinunter. Gute Abfahrer erreichen hier einen Topspeed von 100 oder mehr Stundenkilometern.

Unten in Innsbruck ist es wichtig eine gute Gruppe zu finden denn der Brenner ist mit seinen 39km relativ flach aber sehr lang. Hier war ich in einer sehr großen Gruppe von 300-400 Fahrern. Oben auf dem Brenner gab es dieses Mal nicht die Verpflegung auf dem großen Parkplatz, so wie ich es noch aus den letzten Jahren kannte, sondern in einem kleinen Ort in einer Seitenstraße. Da wir so ein riesiges Feld waren, wurde es hier sehr eng und man musste sich richtig durchkämpfen um an Wasser zu kommen. Allgemein fand ich dieses Jahr die Verpflegungen nicht so gelungen, denn auch am Jaufen war die Verpflegung an einer anderen Stelle als ich es gewohnt war. Doch dazu später mehr.

Der Ötztaler beginnt aber erst nach dem Brenner richtig, denn hier steht der Jaufen und das Timmelsjoch auf dem Programm. Nach 130km hatte ich noch einen Schnitt von 32km/h, doch dieser sollte noch deutlich sinken. Am Jaufen konnte ich wie gewohnt viele Fahrer überholen und es lief bei mir noch richtig gut. Der Jaufen ist von seiner Steigung her sehr angenehm und gleichmäßig zu fahren. Ab hier ist man beim Ötztaler auch nicht mehr auf eine gute Gruppe angewiesen, sondern ist nur noch auf sich allein gestellt. Durch Innsbruck und den Brenner hoch und runter kann man in einer großen Gruppe einiges an Kraft sparen, die man später für das Timmelsjoch bitter nötig hat. Doch jetzt zu der Verpflegung am Jaufen. Sie kam 1km vor der Passhöhe und nicht wie sonst immer ganz oben. Das bringt einen richtig aus dem Tritt und außerdem war es hier auch wieder sehr eng, da sie nur auf einem kleinen Parkplatz war.

Der Hammer kam aber zum Schluss, das Timmelsjoch. Nach einer gefährlichen Abfahrt vom Jaufen startet man unten in St. Leonhard auf 750m und muss auf 2500m fahren und das ganze nach 180km und schon über 3000hm in den Beinen. Durch das ganze Gel und die Riegels wurde es mir immer wieder schlecht und konnte mein Tempo am Timmelsjoch nicht durchziehen. Ich rettete mich aber irgendwie immer wieder weiter und schaffte es bis zur letzten Verpflegung. Dort habe ich mich nochmals mit Gel und Wasser gestärkt um die letzten 850hm zu überwinden. Zwischendrin dachte ich, ich komme oben überhaupt nicht mehr an, aber irgendwann kam der Tunnel in Sicht und ich wusste ich habe es geschafft. Nun folgte nur noch eine rasante Abfahrt nach Sölden mit einem kleinen Gegenanstieg, der aber nicht sonderlich schwer ist. Am Ende in Sölden stand eine neue Bestzeit von 8:51:58h. Screenshot oetztaler-radmarathon.com

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